Hunderucksack? Mein Hund? Niemals! - Part 2 - Wie Du Deinen Hund in 7 Tagen zum Reise-Profi machst

Hunderucksack? Mein Hund? Niemals! - Part 2 - Wie Du Deinen Hund in 7 Tagen zum Reise-Profi machst

Das erste Mal tragen (ohne Geruckel, ohne Stress)

Du hast es bis hierher geschafft: Dein Hund steigt freiwillig ein, bleibt im Hunderucksack liegen, Reißverschluss ist nicht mehr der Endgegner und das anheben klappt. Jetzt kommt der Schritt, der sich für viele Hunde am „echtesten“ anfühlt: Du trägst den Rucksack am Körper.

Das Ziel in Part 2 ist nicht „direkt eine große Runde“. Das Ziel ist: ruhig, sicher, vorhersehbar. Wenn Du es schaffst, dass sich das erste Tragen für Deinen Hund langweilig anfühlt, hast Du gewonnen.

Vorbereitung: So wird das erste Tragen angenehm

  • Trainiere zuerst drinnen, wenn es ruhig ist.
  • Mach den Komfort-Check (Sitz, Atmung, Wärme, Gurte, Stabilität).
  • Öffne den Rucksack so, dass der Einstieg leicht ist.
  • Lass Deinen Hund selbstständig einsteigen, statt ihn hineinzuheben (niedriger Einstieg ist hier Dein Joker).

Wichtig: Sieh das hier als Orientierung, nicht als strengen Trainingsplan. Manche Hunde sind nach wenigen Tagen bereit, andere brauchen mehr Zeit – beides ist völlig in Ordnung. Wichtig ist nicht, wie schnell Ihr seid, sondern wie sicher sich Dein Hund dabei fühlt. Ihr dürft Schritte wiederholen, verkürzen oder in kleinere Etappen teilen. Und wenn Ihr merkt, dass heute einfach nicht Euer Tag ist: Pause machen ist ebenfalls Training.

Wenn Du direkt loslegen willst: Hier ist der 7-Schritte-Plan als PDF zum Ausdrucken und Abhaken.
7-Schritte-Checkliste: Hund an den Hunderucksack gewöhnen Part 2 (PDF)

Schritt 1: Rucksack auf den Tisch stellen (die Anti-Geruckel-Methode)

Stell den Rucksack auf eine stabile, rutschfeste Fläche in angenehmer Höhe, zum Beispiel Tisch oder Kommode. Der Sinn dahinter: Du musst den Hunderucksack mit Deinem Vierbeiner nicht „hochziehen“ und schräg auf den Rücken setzen, sondern Dein Hund kann ruhig einsteigen und Du kannst anschließend ohne Wackeln starten.

So gehst Du vor:

  1. Rucksack öffnen, ruhig hinstellen.
  2. Dein Hund steigt selbst ein (mit Leckerli führen, nicht schieben).
  3. Sicherung schließen, kurz belohnen.
  4. Reißverschluss schließen.
  5. Noch 2–3 Sekunden warten.

Schritt 2: In den Rucksack „schlüpfen“ (statt ihn hochzureißen)

Jetzt kommt die Technik, die wirklich einen Unterschied macht: Du schlüpfst in den Rucksack, statt den Rucksack mit Hund schräg auf den Rücken zu setzen.

Variante ohne Helfer:

  1. Stell Dich mit dem Rücken zum Rucksack.
  2. Geh leicht in die Hocke oder beug Dich so, dass Du die Schultergurte gut greifen kannst.
  3. Steck erst einen Arm, dann den anderen Arm in die Gurte, langsam und gleichmäßig.
  4. Richte Dich langsam auf. Kein Ruck, kein „hochzack“.
  5. Steh 5–10 Sekunden ruhig, atme, belohne Deinen Hund mit einem sanften „Fein“.

Variante mit Helfer:
Eine zweite Person stabilisiert den Rucksack leicht, während Du in die Gurte schlüpfst. Dein Hund spürt weniger Bewegung, Du hast mehr Kontrolle.

Wichtig: Wenn Dein Hund bei diesem Schritt unruhig wird, geh zurück zu „kurz anheben“ und übe das „Schlüpfen“ in Mini-Schritten: erst nur Gurte anfassen, dann einen Arm rein, dann beide Arme, dann minimal aufrichten.

Schritt 3: Das erste Tragen drinnen (30–60 Sekunden reichen)

Dein erster Durchlauf ist winzig:

  • 10 Sekunden stehen
  • 2–3 Schritte gehen
  • wieder stehen
  • absetzen

Dann beendest Du es, bevor Dein Hund unruhig wird. Du willst den ersten Durchlauf als Erfolg abspeichern.

Schritt 4: Absetzen ohne Drama (genauso wichtig wie Losgehen)

Das Absetzen ist oft der Moment, wo es wackelt. Mach es wie beim Start:

  1. Ruhig zurück zum Tisch.
  2. Langsam in die Hocke, Rucksack aufsetzen, nicht fallen lassen.
  3. Gurte ausziehen, ohne zu ziehen.
  4. Öffnen.
  5. Dein Hund darf selbstständig rausgehen.
  6. Jackpot-Belohnung danach.

So lernt Dein Hund: Rein ist entspannt, getragen werden ist entspannt, raus ist entspannt. Keine Stelle fühlt sich „komisch“ an.

Schritt 5: Die erste Mini-Runde (vom Wohnzimmer bis zur Haustür)

Wenn drinnen 2–3 Wiederholungen gut klappen, machst Du Mini-Strecken:

  • Wohnzimmer → Flur → zurück
  • Flur → Haustür → zurück
  • Haustür auf → einmal raus → wieder rein

Zeit statt Strecke: 60–120 Sekunden sind völlig okay. Du steigerst erst, wenn Dein Hund dabei ruhig bleibt.

Schritt 6: Draußen tragen (die 3-Minuten-Regel)

Beim ersten echten Draußen-Tragen gilt: kurz und freundlich.

  • 1–3 Minuten
  • dann Pause
  • dann später nochmal 1–3 Minuten

Draußen ist alles spannender (Gerüche, Geräusche, Menschen). Viele Hunde sind dann schneller „voll“. Das ist normal.

Schritt 7: Steigern ohne Übertreiben (die einfache Formel)

Wenn Dein Hund entspannt ist, steigerst Du in kleinen Schritten:

  • lieber öfter kurz als einmal lang
  • lieber 10–20 Prozent mehr, als eine Verdopplung
  • Pausen einplanen (rausnehmen, trinken, kurz runterkommen)

Woran Du merkst, dass Du zu schnell bist
Wenn Du eins davon siehst, mach beim nächsten Mal wieder einen Schritt zurück:

  • hektisches Zappeln
  • plötzliches starkes Hecheln (ohne Wärme)
  • Fiepen oder „rausdrücken“
  • eingefrorene Körperspannung
  • dauerhaftes Kopfdrehen/Fluchtversuch

Dann gilt: Strecke kürzer, Bewegung ruhiger, Absetzen früher.

Mini-Tipps speziell für Dackel und kleine Hunde

  • Noch mehr Fokus auf ruhige Bewegungen: Dackel mögen klare, stabile Abläufe.
  • Vermeide ruckelige Übergänge (genau deshalb Tisch + Schlüpfen).
  • Lieber häufiger kurze Einheiten, damit Rücken und Stimmung mitspielen.

FAQ - Die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema "Gewöhnung an den Hunderucksack"

  1. Warum ist der Tisch hilfreich?
    Er ist kein Muss, aber oft die ruhigste Lösung. Der Rucksack steht stabil, Dein Hund kann selbstständig einsteigen und Du vermeidest Ruckeln beim aufsetzen. Alternativ geht auch eine feste Bank oder Kommode.

  2. Wie funktioniert „in den Rucksack schlüpfen“ richtig?
    Du ziehst nicht den Rucksack hoch, sondern schlüpfst in die Gurte. Rücken zum Rucksack, in die Hocke, einen Arm nach dem anderen in die Schultergurte, dann langsam aufrichten. Wenn möglich, kann eine zweite Person den Rucksack kurz stabilisieren.

  3. Wie lange soll das erste Tragen dauern?
    Sehr kurz. Drinnen reichen 30–60 Sekunden, draußen 1–3 Minuten. Steigere erst, wenn Dein Hund entspannt bleibt.

  4. Woran merke Ich, dass ich zu schnell steigere?
    Unruhe, Zappeln, Fiepen, starkes Hecheln ohne Wärme oder „Einfrieren“ sind typische Zeichen. Dann kürzer werden, langsamer werden oder einen Schritt zurück.

  5. Wie setze Ich den Rucksack stressfrei ab?
    Zurück zur stabilen Fläche, langsam in die Hocke, kontrolliert absetzen (nicht fallen lassen), öffnen, Hund selbstständig rausgehen lassen. Danach ordentlich belohnen.


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